Wiedenrueck-Neue-Muehle-Fackelfuehrung
Mein Rheda-Wiedenbrück

Romantische Fackelführung durch die historische Altstadt Wiedenbrück

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Die dunkle Jahreszeit kann ungemütlich, kalt und nass werden. Durch die vielen Lichter, die die Straßen verzieren, kann es auch schön kuschelig und märchenhaft werden. Heute ist es in Wiedenbrück soweit, der Christkindlmarkt startet und passend dazu, wird eine kostenlose Fackelführung durch die Altstadt Wiedenbrück geplant. Ein Erlebnis, an dem du unbedingt teilnehmen solltest. 

Die dunklen Seiten von Wiedenbrück


Es gibt Stadtführungen und es gibt die ganz besondere Stadtführung. Im kalten Dezember draußen im Dunkeln, erleuchtest du die Stadt mit einer Fackel in der Hand und entdeckst dabei die „dunkeln“ Seiten der Stadt Wiedenbrück. Die Führung beginnt beim Musikantenbrunnen, hier erhältst du eine kurze Anweisung und natürlich auch deine Fackel. Dann geht es zuerst an den ehemaligen Stadtmauern entlang vorbei an dem Denkmal „Neue Mühle“, welche nach dem historischen Vorbild konstruiert wurde und an die Getreidemühle, die von 1250 bis 1969 dort stand, erinnert.

Wiedenrueck-Neue-Muehle-Fackelfuehrung
Neue Mühle, Wiedenbrück

Die Neue Mühle besteht aus drei Mühlen, die jeweils einen Durchmesser von fünf Metern aufweisen. Die Kombination von drei Mühlen war und ist bis heute noch sehr selten. Die Mühlen werden angetrieben durch die „Umflut“. Dies ist ein künstlich angelegter Abzweig der Ems, der den historischen Stadtkern Wiedenbrück umfließt und somit einen Teil der ehemaligen Stadtbefestigung bildet. 

Entlang an der Stadtmauer
Richtung Pulverturm


Als nächstes geht es zum Pulverturm. Er ist der letzte sichtbare Rest der Stadtbefestigung. Der Pulverturm ist ein Zwinger, ein zwischen Wehrmauern gelegenes offenes Areal, das zur Verteidigung diente. Die Bezeichnung „Pulverturm“ ist historisch gesehen nicht korrekt, denn aufgrund der Lage wurde dort kein Schießpulver gelagert. Bei den Bürgern schlich sich jedoch diese Bezeichnung ein und daher wird er auch weiterhin Pulverturm genannt. Er stammt aus dem 15. oder führen 16. Jahrhundert und war höher gebaut, vermutlich sogar mit einem Dach und einer Zwischendecke ausgestattet. Das Wappen von Wiedenbrück ist nur zur Hälfte zu sehen. Der Pulverturm kann von jedem besichtigt und betreten werden. Anhand eines schmalen Pfades kann man den Turm sogar umrunden.

Im Pulverturm sind fünf je einen Meter tiefe Schießnischen, aus denen die Stadt vor Angreifern verteidigt wurden. 

Wiedenbrueck-Pulverturm-Rundgang
Pfad am Pulverturm 

Im zweiten Weltkrieg befand sich am westlichen Emsufer eine Luftwaffen-Funkstelle, die 1945 zerstört wurde. Durch die Explosion stürzte auch das Dach und teile der Mauer des Pulverturms ein. Eine Bürgerinitiative hat die Ruine 1980 saniert. 

Fachwerkhäuser erzählen Geschichten von alten Zeiten 


Nach der Stadtmauer, geht die Fackelführung zu den prachtvoll verzierten Giebel und reich beschnitzten Fassaden der alten Fachwerkhäuser, welche Geschichten von alten Zeiten erzählen. Eines dieser Fassaden ist das Haus Ottens oder auch das „Hansehaus“ genannt.

Wiedenbrueck-Haus-Ottens-Fackelfuehrung

Dieses Gebäude zählt zu eines der ältesten Fachwerkhäusern der Stadtgeschichte. Um die Schnitzereien genau betrachten zu können, muss man schon etwas Zeit mit sich bringen. 

Wiedenbrueck-Haus-Ottens-Hansehaus-Fackelfuehrung


Besonders viel Zeit sollte  man beim Ratskeller mitbringen. Dieses Gebäude wurde ca. 1560 erbaut, vermutlich sogar schon damals als Gasthaus. Der Ratskeller warnt mit seinen Schnitzereien auf der Fassade auf die Folgen der Völlerei hin:


„Wehe, die ihr früh aufsteht und eiligst zum Zechen geht, sauft euch voll, liebet Hurenfreuden als wäret ihr toll, versäumet euer Seligkeit und vergesset die Barmherzigkeit, darum will ich euch mit Angst umfangen, die Hölle hat nach euch verlangen.“

Wiedenbrueck-Ratskeller-Fackelfuehrung

Ratskeller

In der direkten Nachbarschaft des Ratskellers befindet sich die Aegidiuskirche, daher wohl die kirchliche Warnung. Der Ratskeller beinhaltet auch das Romantikhotel und ein Restaurant. Das gesamte Wirtshaus wird bereits in der 5. Generation von der Familie Surmann bewirtschaftet. Trotz der vielen Erneuerungen und Sanierungen in den vergangenen Jahren, werden die alten Bestände des Haues beibehalten. In den letzten Jahren sind viele Nebengebäude dazugekauft oder angebaut worden. Aber die Familie bleibt beim rustikalen Stil des Hauses, was auch dem Stadtbild zugute kommt. Denn so behält sich Rheda-Wiedenbrück bzw. hier jetzt Wiedenbrück, seinen historischen und gemütlichen Stadtkern. 

Fuchshöhle 


Ähnlich wie der Ratskeller ist auch die Fuchshöhle eine sehr schöne Gaststätte, welche nach einem Stadtbrand restauriert und 1686 wieder eröffnet wurde. Der Name „Fuchshöhle“ stammt vom ehemaligen Wirt und Bäcker Hermann Goldkuhle (gest. 1908). Aufgrund seiner roten Haare wurde er als Fuchs bezeichnet und sein Haus damit als Fuchshöhle. Die Fuchshöhle ist eine urige Kneipe, die durchgehend als als Gastwirtschaft, Konditorei und Café genutzt wurde. Josef Beckschäfer und seine Frau Christina, geb. Knöbel, „Tante Tine“ haben Generationen von Schülern in ihren Freistunden in der Fuchshöhle mit Nahrung versorgt. Sogar Josef Beckschäfer jun. hat die älter gewordenen Schüler mit Bratkartoffeln und Spiegelei an die Tische gelockt. 


Seit April 2010 führt Rebecca Semmler die gastronomische Tradition der Fuchshöhle fort. Die gesamte Gaststätte atmet Geschichte, nicht nur durch die Fassade, sondern auch die Inneneinrichtung und die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Steinplatten, die den Fußboden der Gaststätte zieren. 

Christkindlsmarkt lädt ein zu Met aus dem Kuhhorn 


Die Fackelführung endet dort, wo so begonnen hat. Ein Besuch des anliegenden Weihnachtsmarkt kann die Stadtführung abschließen. Der Stadtführer erzählt viel aus der Geschichte der Stadt, man bemerkt seine Begeisterung für die Stadtgeschichte sowie die vielen Gebäude. Fragen zu den Sehenswürdigkeiten sind immer erwünscht. Wer mag kann auch für eine eigene Veranstaltung eine Fackelführung buchen. Vielleicht für die kommende Weihnachtsfeier? Bei der kostenpflichtigen Buchung lernt man viel mehr der Stadtgeschichte kennen. Man lernt dann auch die Stadtgeschichte von Rheda und Wiedenbrück kennen und zwischendurch gibt es einen kräftigen Schluck Met aus dem Kuhhorn. Diese und weitere Stadtführungen können bei der Flora Westfalica GmbH gebucht werden.

Kostenlose Fackelführung durch Wiedenbrück

 
Die kostenlosen Fackelführungen finden am 01.12.2018 und 08.12.2018 jeweils ab 17 Uhr statt. Eine vorherige kurze telefonische Anmeldung wird erbeten. Auch ich werde bei der erneuten Fackelführung dabei sein und ich würde mich sehr freuen, einen von euch anzutreffen. 

In-Liebe-Mia

25 Jahre alt und Bloggerin seit November 2011. Ich lese gerne und mag die Persönlichkeitsentwicklung. Aktuell belege ich einen Kurs zum Thema Bloggen an der ILS.

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