Kolumne

Kolumne – Urlaub Meeresrauschen, Sonnentrahlen und meine Gedanken

Abschalten und nur mit sich selbst beschäftigen. Wer kann das im Zeitalter von Instagram, Youtube & Co. heute noch? Das ständige Vergleichen mit anderen und das immer auf dem aktuellen Stand bleiben. Wann schalten wir denn noch ab? Erinnerst du dich an früher, die Zeit vor den Smartphones und die Zeit, als das Internet höchstens ein paar Stunden am Abend eingeschaltet wurde? Was hat man damals im Urlaub gemacht? Ich liege am Strand in einer wunderschönen Bucht auf Kreta, ein kleines Fischersdorf und beobachte die Menschen um mich herum.

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Sinnlos Steine suchen

Das Kind darf nicht ins Wasser, da es mittlerweile später Nachmittag ist und die Temperaturen gerade so bei 20 Grad liegen. Es ist zu kalt zum Schwimmen, die Eltern wollen die Zeit am Strand und den Sonnenuntergang genießen. Die Kinder jammern, es ist langweilig. Papa greift zum Smartphone und stellt dem Kind ein Spiel oder ein Video an, Kopfhörer drauf und Ruhe ist. Mama und Papa können entspannen, fast Zeit zu zweit genießen. Wie war das im Zeitalter vor Smartphone & Co? Sandburgen, Geschichten erzählen oder Bücher lesen. Das waren unsere Beschäftigungen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, als Mama und ich in Spanien am Strand nach schönen Steinen gesucht haben. Wir waren den ganzen Nachmittag damit beschäftigt, ein Stein war schöner als der andere und am Ende hatten wir Sonnenbrand an den Waden, weil wir den ganzen Tag am Strand knieten. Dieser Sonnenbrand tat weh, es hätte den nicht gegeben, wenn ich ein Smartphone bekommen hätte, dann säße ich unter dem Schirm und würde mit dem Finger über das Display wischen. Die Steine haben wir nicht einmal mitgenommen, wir haben nur nach schönen Steinen gesucht. Eine Nonsens-Tätigkeit, die uns aber viel Spaß gemacht hat.

Urlaub war Familienzeit

Im Urlaub hat man wirklich jeden Tag mit der Familie verbracht. Man hat sich miteinander beschäftigt oder man lag alleine auf der Liege und hat gelesen. Früher war es mal normal bis zu drei Bücher in den Urlaub mitzunehmen. Diese drei Bücher hatte man auch wirklich durchgelesen. Wann hast du das letzte Mal im Urlaub mindestens ein Buch gelesen?

Heute beschäftigt man sich mit WhatsApp, Facebook und Instagram. Der Familie über WhatsApp Bescheid geben, dass man angekommen ist und gleich ein paar Bilder vom Hotel und dem Zimmer oder dem Strand. Zwischendurch wird die Familie natürlich auch über den Urlaub unterrichtet. Auf Facebook und Instagram müssen natürlich auch die schönen Urlaubsbilder hochgeladen werden. Gleichzeitig muss geschaut werden, was denn die anderen gerade so tun, vielleicht ist jemand am selben Ort. Wie ist denn deren Hotel? Oder was geschieht gerade Zuhause? Habe ich etwas verpasst?

Auf der Suche nach der besten Location.
Wettkampf um das beste Urlaubsbild

Wie viel siehst du dann noch von deinem Urlaubsort? An jeder Ecke sucht man nur eine gute Location für tolle Bilder, die bloß viele Likes bringen. Macht man im Urlaub überhaupt noch Bilder für sich? Das ständige Veröffentlichen der Bilder auf Social Media ist eine Art Wettkampf. Jeder versucht den anderen mit seinen Urlaubsbildern zu übertrumpfen. Warum machen wir das und wann hat sich unser Urlaub zu einem Wettkampf entwickelt? Wenn wir bereits während des Urlaubs unsere Bilder veröffentlichen oder an die Familie senden und andere über die Aktivitäten informieren, was erzählt man denn dann, wenn man zurück ist?

Früher ist man nach dem Urlaub gegangen, hat die Bilder entwickeln lassen, seine Lieben eingeladen und bei einer gemütlichen Runde, wurden die Urlaubsbilder betrachtet. Die Erlebnisse wurde erzählt und damit der Urlaub für einen selber noch einmal durchlebt. Jetzt ist das nicht notwendig, denn über Social Media wurden alle über alles aufgeklärt. War man dann eigentlich wirklich im Urlaub? Hast du den Ort mit deinen richtigen Augen gesehen oder nur durch die Kammer an deinem Smartphone?

Beschäftigungstherapie mit mir

Ich liege hier am Strand, weit entfernt von den Touristen mit ihren Smartphones. Vor mir das Meer, ein kleiner Hafen, hinter mir ein Restaurant mit Lounge Musik. Über mir die Sonne, die mich mit ihren Strahlen umarmt, neben mir eine Wasserpfeife und ein Cocktail. Keine Technik, nur ich und meine Gedanken. Beschäftigungstherapie mit mir. Wo bin ich jetzt? Wo möchte ich hin? All solch tieferen Fragen können im Urlaub hervorragend durchleutet werden. Kein Stress, kein Zeitdruck, keine Termine.

Pläne schmieden. Über die berufliche und private Zukunft nachdenken und gleich mit der Umsetzung beginnen. Ein Urlaub ist großartig, um sich einmal zu ordnen und in aller Ruhe über sein Leben nachzudenken. Wann hast du das letzte Mal ausgiebig Zeit mit dir verbracht und über dein Leben nachgedacht?

Meine Kolumne, heute zum ersten Mal. Gedanken, die in meinem Urlaub entstanden sind einmal niedergeschrieben. Mehr für mich, aber vielleicht auch ein Denkanstoß für dich. Ich bin noch nicht sicher, ob ich einen solchen Beitrag erneut veröffentlichen werde und falls doch, wann das geschehen soll. Habe mir Gedanken gemacht, natürlich auch im Bezug auf diesen Blog. Ich versuche ein paar Dinge, ich mache mir keinen Druck. Vielleicht gefällt es dir, vielleicht nicht.

25 Jahre alt und Bloggerin seit November 2011. Ich lese gerne und mag die Persönlichkeitsentwicklung. Aktuell belege ich einen Kurs zum Thema Bloggen an der ILS.

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