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Happiness Projekt – November

Unter Bezugnahme auf den Oktober und dem Thema Achtsamkeit muss ich gestehen, dass ich darin noch immer nicht sehr geübt bin. Ich schrieb nämlich eben den Artikel für Oktober, bis mir die Inhalte so bekannt vorkamen. Dann stellte ich fest, dass der Oktober vom Happiness Projekt bereits verbloggt ist. So viel dazu!
 

Ändere deine Einstellung

 
Im November ging es bei Gretchen im Happiness Projekt um die Einstellung. Sie wollte nicht mehr ihre Handlungen genauer beobachten und verbessern, sie wollte ihre Einstellungen verbessern. Genauer genommen wollte sie unbeschwert, liebevoll und freundlich sein. Hierbei ist es wichtig ein Gemüt zu entwickeln, dass einem erlaubte zufrieden zu sein. Wenn du wie ich ein Perfektionist bist, dann weißt du, dass uns ein solches Gemüt fehlt. Es ist viel leichter sich zu beklagen, als zu lachen, leichter zu kneifen, als zu scherzen, leichter anspruchsvoll als zufrieden zu sein.
 
Lach doch einfach mehr, vielleicht hilft das dabei dein Gemüt zu verbessern. Wenn man mehr lacht, ist man glücklicher, was sich auch auf die Menschen um einen herum positiv auswirken lässt. Lachen ist nämlich mehr als nur eine angenehme Tätigkeit. Es kann das Immunsystem stärken und den Blutdruck sowie den Kortisolspiegel senken. Außerdem sind Schmerzen damit besser auszuhalten. Eine weitere Möglichkeit sich ein zufriedenes und freundliches Gemüt anzueignen, ist durch bessere Manieren, und hier sind jetzt nicht nur die Tischmanieren gemeint. Es geht, wie bereits in vielen anderen Kapiteln dieses Buches darum, sein Umfeld besser zu beachten. Wie oft läufst du einfach an den Menschen auf der Straße vorbei, ohne sie überhaupt anzusehen? Wann bietest du jemanden in der Bahn deinen Sitzplatz an? Oder sagst beim Einsteigen „Nach Ihnen“? Der erste Schritt dazu ist  bessere Manieren bei seinem Gesprächspartner an den Tag legen. Ich bin eine Besserwisserin und das lasse ich meinem Gegenüber ständig wissen. Außerdem fange ich direkt eine Diskussion mit meinem Gesprächspartner an, wenn er anderer Meinung ist als ich, das ist für beide Seiten nicht gut. Ich kann mich da schnell zu sehr hineinsteigern, werde sauer und denke den ganzen Tag über die Dummheiten des anderen nach. Ich muss unbedingt lernen, solche Dinge nicht mehr zu nah an mich herankommen zu lassen. Ich muss lernen, dass es unterschiedliche Meinungen gibt und ich muss lernen, manchmal dem anderen zuzustimmen, auch wenn ich anderer Meinung bin.
 

Ich bin streitlustig!

 
Bei einer ehemaligen Kollegin war dies besonders schwer, sie hatte teilweise wirklich sehr veraltete Denkweisen und sie lies nicht von ihrem Standpunkt ab, ich habe mich jeden Tag aufs Neue über ihre Bemerkungen aufgeregt. Wenn ich Zuhause von meinem Arbeitstag erzählte, dann berichtete ich selbstverständlich von ihren Weisheiten des Tages und in Nullkommanichts war ich wieder auf 180. Hätte ich zu dieser Zeit meinen Puls gemessen, hätten die Geräte keine Messungen durchführen können, so sehr störte mich ihr Verhalten. Aus diesem Grund ist es besser, dem anderen einfach zuzustimmen, wenn man weiß, dass eine Unterredung mit ihm nichts bringen wird. Während dieser Umstellung und während ich dieses Kapitel vom Happiness Projekt las, stellte ich mit entsetzen eine Gemeinsamkeit mit Gretchen fest. Ich bin streitlustig.
 
Wenn ich die Menschen im meinem näheren Umfeld danach befrage, dann höre ich ich ständig, dass sie mich für liebenswert und äußerst freundlich halten. Aber ehrlich gesagt ist dem nicht so, ich suche den Streit in so gut wie jeder Situation. Sobald jemand eine Aussage macht, suche ich nach Möglichkeiten, ihm zu widersprechen. Wie gesagt, mir geht die einfache Denkweise des einen oder anderen ziemlich auf die Nerven. Menschen, die ihr Leben einfach so hinnehmen wie es kommt, bringen mich stets zur Weißglut. Ich muss wirklich lernen, dies abzuwehren und diese Menschen leben lassen. Ich kann von Glück reden, dass ich Freunde habe, die für jedes Ziel kämpfen, dass sie verfolgen. Freunde sucht man sich schließlich danach aus, dass sie zu einem selbst passen. In diesem Sinne: „Ich liebe euch!“
 

Der Impuls die Freude anderer zu zerstören.

 
Also auch wenn ich weiß, dass es nicht nett ist ständig Kritik auszuüben, muss ich dennoch gestehen, dass es Spaß macht. Es ist generell viel leichter hart zu sein, als anderen zu gefallen. Und bei meinem Gegenüber positive Bemerkungen vorzunehmen erfordert Demut. Genau wie Gretchen schreibt, erfordert die Bereitschaft zufrieden zu sein, Bescheidenheit und sogar Unschuld, die sich leicht als rührselig und sentimental verspotten lässt. Bei dem Versuch mich zusammenzureißen, vermisste ich das Gefühl der Überlegenheit. Denn Studien haben gezeigt, dass Menschen, die häufiger Kritik äußern als anspruchsvoller wahrgenommen werden. Sie scheinen erfahrener und kompetenter als diejenigen, die immer zufrieden sind. Bei dem Versuch also den Sarkasmus wegzulassen und mehr Freundlichkeit zu verteilen, mussten Gretchen und ich feststellen, wie anstrengend dies doch ist. Gretchen hat dazu geschrieben, dass es leicht ist bedrückt zu sein und schwierig, heiter zu sein. Die nicht fröhlichen Menschen rauben den Fröhlichen Energie und Freude; wir verlassen uns darauf, das sie uns mit ihrer guten Laune aufmuntern und unsere innere Unruhe und unsere Ängste auffangen. Gleichzeitig fühlen wir uns aufgrund eines dunklen Elements der menschlichen Natur manchmal getrieben, diese enthusiastischen, fröhlichen Zeitgenossen aus ihrem Nebel der Illusionen zu reißen – sie erkennen zu lassen, dass das Theaterstück albern, das Geld nutzlos ausgegeben und das Meeting sinnlos war. Statt ihre Freude zu beschützen, zerstören wir sie. Warum? Keine Ahnung, aber dieser Impuls existiert. Gretchen versuchte also eine Woche lang, keine spitzen Bemerkungen vorzunehmen und auch ich setze mich an diesem Versuch. Allerdings sitzt bei uns beiden dieser Impuls so tief drin, dass es wirklich sehr schwer ist. Wenn man nicht gerade sehr konzentriert ist, dann vergisst man sein Experiment äußerst schnell und schon ist eine fiese Bemerkung über die Lippen geflogen, die man nicht mehr zurückholen kann. Aber ich lernte einen Weg, meine Kritik besser zu formulieren, sodass diese dann nicht zu nörgelig klang.
 

25 Jahre alt und Bloggerin seit November 2011. Ich lese gerne und mag die Persönlichkeitsentwicklung. Aktuell belege ich einen Kurs zum Thema Bloggen an der ILS.

4 Kommentare

  • Natascha Reis

    Liebe Mia!

    Streitlustig habe ich Dich persönlich in Düsseldorf nicht erlebt! 🙂

    Allerdings finde ich Deine Twitter-Postings geradezu herzerfrischend und ja, ich kann mir gut vorstellen, dass einige Menschen mit dieser Art nicht umgehen können. Ich mag sie.

    Bleib, wie Du bist und geh Deinen Weg.

    Ich freue mich weiterhin auf den regen Austausch mit Dir!

    Herzliche Grüße,
    Natascha

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